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HbA1c (Hämoglobin A1c): „Gezuckerter“ Blutfarbstoff

Der HbA1c-Wert erlaubt einen Rückschluss auf die Höhe des Blutzuckers der letzten acht bis zwölf Wochen
aktualisiert am 30.03.2017
Hämoglobin-Blutprobe: Diabetestest, Blutzucker ermitteln

Hochdruckflüssigkeitschromatografie (HPLC) zur Abtrennung der HbA1c-Fraktion

Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber

Kurz gesagt:

Je nach der durchschnittlichen Konzentration der Glukose im Blut bindet sich mehr oder weniger Zucker an den Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Messung des "gezuckerten" Anteils gibt deshalb Aufschluss über die Höhe des Blutzuckerspieges in den letzten Wochen.

Was bedeutet HbA1c?

Hämoglobin (Hb), auch "roter Blutfarbstoff" genannt, ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen. Es bindet Sauerstoff und ermöglicht so den Sauerstofftransport von der Lunge zu den Organen. Als HbA1c bezeichnet man Hb, an das sich ein Molekül Zucker (Glukose) angelagert hat. Das geschieht in verstärktem Maß bei hohen Blutzuckerwerten wie beispielsweise bei einem unzureichend behandelten Diabetes.

Wie hoch darf der HbA1c-Wert sein?

Beim Gesunden sind etwa fünf Prozent der Hämoglobinmoleküle "verzuckert", der HbA1c-Wert liegt also bei etwa 5 Prozent (mittlerweile ist die Angabe in der neuen Einheit üblich: etwa 30 mmol/molHb).

In Deutschland sind allerdings etwa ein Dutzend unterschiedliche Verfahren zur Bestimmung des HbA1c-Wertes in Gebrauch. Von verschiedenen Ärzten ermittelte Werte sollten deshalb nicht einfach miteinander verglichen werden.

Welcher Wert bei Diabetes anzustreben ist, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden. Bei Diabetes Typ 2 liegt der Bereich oft zwischen 6,5 und 7,5 Prozent (zwischen 48 und 58 mmol/molHb).

Warum wird der HbA1c-Wert gemessen?

Der HbA1c erlaubt einen Rückschluss auf die Qualität der Blutzuckereinstellung in den letzten acht bis zwölf Wochen. Dieser Zeitraum hängt mit der Lebensdauer der roten Blutkörperchen zusammen, die regelmäßig erneuert werden. Je öfter und länger die Blutzuckerwerte erhöht sind, desto höher ist der HbA1c-Wert.

Ein guter Wert bedeutet aber nicht automatisch, dass die Blutzuckerwerte überwiegend normal waren. Wenn sich erhöhte und erniedrigte Werte häufig abwechseln, kann das ebenfalls zu einem "guten Mittelwert" führen.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



Bildnachweis: Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber
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