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Kupfer (Cu): Spurenelement der Zellatmung

Die Messung der Kupferwerte ermöglicht es, ein Zuwenig oder Zuviel des Spurenelements im Blut zu erkennen. In Kombination mit anderen Laborwerten erlaubt dies zum Beispiel Rückschlüsse auf Kupfer-Speicherkrankheiten wie den Morbus Wilson
von Dennis Ballwieser, aktualisiert am 23.05.2014

Schalen- und Krustentiere (wie Muscheln, Hummer oder Krebse) enthalten viel Kupfer

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Kupfer ist ein Spurenelement. Zu viel Kupfer schädigt den Körper. Zink senkt die Kupferaufnahme im Darm. Eine bedeutsame, wenn auch eher seltene Krankheit mit einem gestörten Kupfer-Stoffwechsel ist beispielsweise Morbus Wilson. Um Kupfer-Serumkonzentrationen zu bewerten, beziehen Ärzte andere Parameter wie das Coeruloplasmin im Serum und natürlich auch mögliche Krankheitssymptome mit ein.

Was ist Kupfer?

Kupfer nimmt als Spurenelement lebenswichtige Funktionen im Körper wahr. Unter anderem ist es unentbehrlich für die Energiegewinnung der Zellen mit Sauerstoff (sogenannte Zellatmung). Dem Körper genügen geringste Mengen, ein Zuviel an Kupfer kann ihn schädigen. Der Kupferbestand liegt normalerweise nur bei etwa 80 bis 150 Milligramm. Das Spurenelement findet sich vor allem in der Leber, aber auch Muskeln, Knochen und das Gehirn speichern es. Aus den Depots geht es ganz nach Bedarf ins Blut über. Überschüssiges Kupfer gibt die Leber an die Galle ab. Den größten Teil scheidet der Darm aus, ein kleiner Anteil verlässt den Körper über die Nieren.

Kupfer ist im Körper an Eiweißstoffe gebunden, vor allem an Coeruloplasmin, ein Transporteiweiß und Enzym zugleich. Kupfer-Eiweiß-Verbindungen spielen eine wichtige Rolle bei der Sauerstoffverwertung und beim Elektronentransport, haben eine Art Katalysatorfunktion. Bei Überschüssen fällt freies Kupfer an. Es kann biologisch hochaktive, zellschädigende Sauerstoffverbindungen erzeugen, sogenannte freie Radikale.

Welcher Kupferwert ist normal?

Die Normwerte für Kupfer schwanken je nach Alter und Geschlecht erheblich. Hier Angaben zur Orientierung:

Bei Erwachsenen beträgt der normale Kupfer-Blutspiegel zwischen 74 und 131 µg/dl.

Im über 24 Stunden gesammeltem Urin sind Kupferwerte unter 60 µg normal (Erwachsene).

Bei Kindern im ersten Lebensjahr liegt der Normbereich für Kupfer im Blut zwischen 40 und 80 µg/dl.

Wann ist der Kupferwert zu niedrig?

Bestimmte Krankheitsbilder gehen mit einem erniedrigten Kupferspiegel einher. Dazu gehören vor allem der Morbus Wilson (Wilson-Krankheit, Kupferspeicherkrankheit) und das Menkes-Syndrom – zwei erbliche, eher selten vorkommende Kupfer-Stoffwechselkrankheiten.

Bei Morbus Wilson kann die Leber Kupfer nicht ausreichend an die Galle abgeben. Zugleich ist die Bildung des Eiweißstoffes Coeruloplasmin gestört. Ist die Veränderung gering ausgeprägt, können Krankheitssymptome fehlen. Daher ist die Dunkelziffer der Erkrankung hoch. In anderen Fällen sammelt sich Kupfer in der Leber und in anderen Körpergeweben an, etwa in den Augen und im Gehirn. Mögliche Folgen sind vor allem Leber- und Gehirnschäden. Ein typisches Krankheitsmerkmal an den Augen ist der sogenannte Kayser-Fleischer-Ring, ein bräunlicher Pigmentring am Hornhautrand.

Der seltene erbliche Coeruloplasmin-Mangel führt ebenfalls zu einem niedrigen Kupferspiegel.

Auch die Ernährung beeinflusst den Kupferhaushalt. Bei Aufnahme großer Mengen Zink gelangt weniger Kupfer über den Darm in den Körper. Diesen Effekt macht man sich bei der Therapie der Wilson-Krankheit zunutze. Wer Zink als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt, sollte sich stets an die Gebrauchsinformationen halten oder den Arzt beziehungsweise Apotheker dazu befragen.

Ein Kupfermangel kommt nur sehr selten vor, etwa bei ausgeprägten Darmerkrankungen. Dabei treten aber meist umfassende Mangelerscheinungen auf. Möglich sind dann zum Beispiel eine Blutarmut und Knochenschäden.

Da Kupfer kein Routineparameter ist, ist davon auszugehen, dass ein Kupfermangel häufig nicht erkannt wird.

Wann ist der Kupferwert zu hoch?

Ist der Körper starkem Stress ausgesetzt, wird mehr Kupfer aus den Speichern ins Blut geholt. Nehmen Frauen weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) ein, steigt der Kupferspiegel, genauso in der Schwangerschaft.

Ein zu hoher Kupferwert im Blut hat alleine keine Aussagekraft. Er kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen erhöht sein (zum Beispiel bei Diabetes mellitus, Infektionen oder Krebserkrankungen), ohne dass dies den Verlauf oder die Behandlung der Krankheit beeinflusst. Zudem sind Mediziner sich bislang nicht einig, ob hohe Kupferwerte für sich genommen, also ohne zugrunde liegende Stoffwechselstörung, schädlich sind oder nicht.

Auch der in Schokolade enthaltene Kakao ist eine Kupferquelle

W&B/Fotolia

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



Bildnachweis: W&B/Fotolia
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