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PSA: Prostataspezifisches Antigen

Den PSA-Blutserumwert messen Ärzte zum Beispiel im Rahmen der Diagnose oder bei der Nachsorge von Prostatakrebs
von Dr. Ralph Müller-Gesser, aktualisiert am 30.03.2017

Hemmschwelle? Viele Männer gehen bei Prostataproblemen erst spät zum Arzt

W&B/Szczesny/Foto: Marcel Weber

Kurz gesagt:

Die Bestimmung des Eiweißes PSA im Blutserum dient der Früherkennung von Prostatakrebs. Bei Erkennung von frühen Tumorstadien kann eine komplette Heilung noch möglich sein.

Durch die PSA-Bestimmung soll Prostatakrebs möglichst früh erkannt werden. Der Nutzen der PSA-Untersuchung wird derzeit allerdings diskutiert, da viele ältere Männer (manche Studien gehen von 80 Prozent aus) zwar eine Krebserkrankung in der Prostata aufweisen – diese bereitet ihnen jedoch keine Probleme, und sie werden daran nicht sterben. Kritiker meinen daher, die PSA-Bestimmung gehe mit einer Vielzahl unnötiger Biopsien (Entnahme von Gewebeproben) und Prostatabehandlungen einher.

Das Dilemma besteht derzeit darin, die Männer ausfindig zu machen, bei denen die Krebserkrankung eben nicht nur stumm in der Drüse verläuft, sondern sich auf den Körper ausdehnt. Diese Unterscheidung kann der Basis-PSA-Wert nicht treffen. Verschiedene zusätzliche PSA-Parameter (PSA-Dichte, altersspezifische Referenzwerte, PSA-Anstiegsgeschwindigkeit, PSA-Verdoppelungszeit oder PSA-Unterformen) sollen helfen, die Diagnostik und Früherkennung mithilfe der PSA-Bestimmung präziser sowie aussagekräftiger zu gestalten.

Was ist PSA?

Gebildet wird das prostataspezifische Antigen (PSA) von bestimmten Zellen der Prostata. Das Eiweiß befindet sich im dünnflüssigen, milchigen Prostatasekret, das beim Samenerguss dem Sperma beigemischt wird.

Auch im Blut ist das Eiweiß PSA nachweisbar, allerdings nur in einer Konzentration, die deutlich geringer ist als in der Samenflüssigkeit. Treten bösartige Zellen in der Prostata auf, bilden sie das Eiweiß oftmals vermehrt. Daher hat die PSA-Bestimmung bei der Früherkennung sowie der Nachsorge von Prostatakrebs große Bedeutung erlangt.

Wann steigt der Wert?

Eine Vielzahl von Umständen kann dazu führen, dass die Konzentration von PSA im Blutserum ansteigt. Dazu gehören krankhafte Vorgänge wie Prostatakrebs oder eine Entzündung der Drüse. Doch auch die natürliche Vergrößerung der Vorsteherdrüse im Alter (benigne Prostatahyperplasie, BPH), bestimmte Untersuchungstechniken (zum Beispiel die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Prostata) oder Sportarten wie Fahrradfahren oder Reiten erhöhen kurzfristig den PSA-Wert. Außerhalb der Drüse entsteht PSA dann, wenn Krebs der Prostata Absiedlungen (Metastasen) geschaffen hat.

Welche Werte sind normal?

Normalwerte gibt es beim prostataspezifischen Antikörper (PSA) nicht, da dessen Werte im Blut nicht nur vom Alter, sondern von vielen anderen Faktoren (siehe oben) abhängen. Was es gibt, sind altersspezifische Referenzwerte: So sollte beispielsweise bei einem 40 bis 49 Jahre alten Mann der Wert nicht über 2,5 ng/ml liegen.

Als Schwellenwert, der eine weitere Abklärung nötig macht, gilt derzeit 4 ng/ml – wobei aber das Alter des Patienten eine wichtige Rolle spielt und in die Bewertung des Testergebnisses mit einfließen muss. Auch ist wichtig zu wissen, dass Werte darunter eine Krebserkrankung nicht grundsätzlich ausschließen. Neben dem Absolutwert ist auch die Anstiegsgeschwindigkeit zwischen verschiedenen PSA-Messungen wichtig.

Manche Medikamente können zu einer Senkung  des PSA-Spiegels führen, zum Beispiel Statine und 5-alpha-Reduktasehemmer.

Achtung: PSA-Werte sind nicht ohne Weiteres vergleichbar. Da verschiedene Testsysteme zur Bestimmung zur Verfügung stehen, sollten nur Werte, die mit demselben Analysesystem ermittelt wurden, verglichen werden.  

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



Bildnachweis: W&B/Szczesny/Foto: Marcel Weber

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